Schreiende Babies auf Flugreisen
«Ich war auf einem Flug von Zürich nach New York in der Business Class, und da war eine Mutter, deren Baby fünf Stunden lang schrie. Nichts half – kein Halten, Zureden, Wiegen und kein Schoppen. Auch die sehr zuvorkommende Flugbegleiterin war ratlos. Die Mutter tat mir zwar leid, aber ich konnte nicht ausruhen, nicht lesen und nicht schlafen.»
Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann kennen Sie vielleicht dieses unangenehme Gefühl und haben schon die bangen Gesichter beobachtet, wenn ein Elternteil mit Kind an Bord steigt und jeder hofft, nicht zum Sitznachbar auserkoren zu sein. Da ich selber Kinder habe, kann ich es gut nachvollziehen, wenn reisende Eltern mit dem ganzen Zubehör kämpfen und vergeblich versuchen, ihre unruhigen Kinder still zu halten. Aber ein oder gar mehrere weinende Babies an Bord können wirklich zur Marter werden. Ein Restaurant könnte man einfach verlassen. Aber ein Flugzeug – wohin will man da flüchten?
Doch jetzt gibt es Hoffnung! Dr. Harvey Karp, ein renommierter Kinderarzt und Entwicklungsspezialist, hat eine Methode gefunden, die Eltern und Flugbegleiter leicht erlernen können. Sie verwandelt auch das aufgeregteste Kleinkind in ein ruhiges und zufriedenes Baby – innert Minuten – und versetzt alle Kinder ein oder zwei Stunden zusätzlich in Schlaf! Tausende von Eltern, darunter Alleinerziehende wie Madonna, Michele Pfeiffer oder Pierce Brosnan, sind schon zu Dr. Karp gepilgert, um seine bemerkenswerten Techniken zu lernen.
Im Mutterbauch sind Babies von einer Symphonie der Reize umgeben: dauernde Berührung, häufiges Rütteln und ein ununterbrochenes Rauschen, das lauter ist als ein Staubsauger – 24 Stunden pro Tag! Nach der Geburt hört diese reichhaltige Stimulation auf und geht in stundenlange Ruhe und Stille über. Dieser plötzliche „Reizentzug“ kann Wellen des Schreiens auslösen, die am Selbstvertrauen der Eltern nagen und zu Pflegefehlern, Ehestress, nachgeburtlicher Depression, ja sogar zu Misshandlungen führen. Kein Wunder, haben so viele Eltern und Babies Mühe, mit diesen ersten drei Lebensmonaten fertig zu werden.
Dr. Karps höchst erfolgreiche Methode beruht auf drei revolutionären
Konzepten: 1) Das fehlende vierte Trimester: Wie erzeugt man eine dem Mutterbauch ähnliche Atmosphäre, nach der sich das Neugeborene immer noch sehnt… ausserhalb der Mutter. 2) Der Beruhigungsreflex: Jedem Baby ist eine Art «Ausschalter» angeboren, der Aufregung und Weinen rasch abklingen lässt. 3) Die 5 S, fünf Techniken, die den Beruhigungsreflex auslösen:
«Swaddling» (enges Umwickeln mit einer Decke), Seitenlage (das Baby in Seiten- oder Bauchlage bringen), Schschsch-Laute (starkes weisses Geräusch), Schaukeln (rhythmische Wiegebewegungen) und Saugen lassen (sei es an einer Brust, einem Finger oder einem Schnuller). Diese fünf Techniken sind extrem wirkungsvoll, sofern man sie genau richtig anwendet. Führt man sie falsch durch, so bleibt die Wirkung praktisch aus.
Langstreckenflüge mit Kleinkindern an Bord brauchen nicht mehr schlaflos und erschöpfend zu sein. Eltern und Bordpersonal können leicht erlernen, wie man nach Dr. Karp einwickelt und Schschsch macht, um damit das Babyweinen zu vermindern und den Fluggästen zu besserem Schlaf zu verhelfen. Alles, was es braucht, ist eine geeignete Wickeldecke und ein zweistündiger praktischer Kurs zum Erlernen der Technik. Dr. Karps Babyberuhigungsmethode wird inzwischen Eltern vor und nach der Geburt in Geburtskliniken und Gymboree Centers in ganz Amerika gelehrt. In der Schweiz werden Kurse nach der Karp-Methode in Gymboree Centers und an den Geburtskliniken der Hirslanden-Gruppe angeboten.
Writteb by Christof Selden, Gymboree Switzerland, posted on May 2007, at Swiss Magazine.
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